Laktoseintoleranz

Die Laktoseintoleranz wird oftmals für eine Allergie gehalten. Diese weit verbreitete Ansicht ist jedoch falsch – es handelt sich vielmehr um eine Unverträglichkeit, schlichtweg eine Unfähigkeit zur Aufnahme eines Nährstoffes, nämlich des Milchzuckers.

 

Laktoseintoleranz

Laktoseintoleranz / Milchzuckerunverträglichkeit

 

weltweite Verbreitung

Des Weiteren wird die Laktoseintoleranz von vielen Menschen für eine Krankheit gehalten. Auch damit tut man ihr Unrecht: Was in Deutschland und Nordeuropa Einzug in den "Katalog der menschlichen Leiden" genommen hat, ist anderswo auf der Welt nämlich völlig normal.

Mehr als 95 Prozent aller Asiaten "haben" Laktoseintoleranz, 80 Prozent der schwarzen Weltbevölkerung verträgt ebenfalls keine Laktose, in Südamerika sind es 70 Prozent und in Südeuropa liegt die Quote immerhin noch bei einem Viertel der Bevölkerung. Da kann man schon mal vorsichtig die Frage aufwerfen: Wer ist hier der "Kranke"?

 

Krankheit oder nicht?

Tatsächlich ist die Laktoseintoleranz aus unserer europäischen Sicht heraus ein interessantes Beispiel dafür, dass Evolution und Mutation eben auch einmal anders herum verlaufen können.

Der ursprüngliche Zustand der Natur ist nämlich, dass der erwachsene Mensch keine Laktose verträgt. Milch ist etwas für Säuglinge, nach dem ersten Lebensjahr verliert der menschliche Körper das Interesse an ihr und mit dem Interesse auch die Fähigkeit, den Milchzucker zu verarbeiten. Der Neandertaler (der beim Thema Evolution immer als Beispiel herhalten muss) wäre nicht auf die Idee gekommen, Milch trinken zu wollen. Die ausgewachsene Kuh saugt schließlich auch nicht mehr an den Zitzen ihrer Artgenossen, auch wenn sie das als Kalb zum Einstieg ins Leben noch ganz gut gebrauchen konnte. Ein Blick ins Tierreich bestätigt: Milch ist etwas für Anfänger.

 

Entstehung durch Mutation

Erst mit Einführung der Viehwirtschaft in Europa hat sich an diesem "Naturgesetz" etwas verändert, und zwar so, wie das mit allen "Naturgesetzen" irgendwann geschehen ist: durch Mutation. Irgendwann in der Geschichte unserer Vorväter muss einmal durch biologischen Zufall ein Mensch durchs Leben gegangen sein, bei dem das Enzym zur Spaltung des Milchzuckers länger als nur die paar ersten Lebensmonate aktiv geblieben ist. Dieser Mensch muss in seinem Leben unglaublich erfolgreich gewesen sein; auf jeden Fall hat er wohl Kinder gezeugt und diesen Nachkommen sein neuartiges enzymatisches Konzept weitervererbt.

Irgendwie ist dann ein Trend daraus geworden. Die Milch scheint den Erwachsenen geschmeckt zu haben, ist ja auch gesund, und so sind heute eben 98 Prozent der Nordeuropäer und etwa 85 Prozent der Deutschen "Laktose-tolerant".

Aber, und das bleibt unbedingt festzuhalten: Die Mutierten – das sind wir. Wer heute als Erwachsener keine Milchprodukte verträgt, darf sich derweil für den überwiegenden Großteil der Weltbevölkerung als völlig "normal" bezeichnen.

 

Auf den folgenden Seiten erklären wir Ihnen:

 

die Problematik des Milchzuckers

die Definition und Biochemie der Laktoseintoleranz

Symptome / Beschwerden bei einer Laktoseintoleranz

die Diagnose einer Laktoseintoleranz

und Therapieansätze bei einer Laktoseintoleranz

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